m Jahre 1901 kaufte Johann Mletschnig den abgebrannten Stall von Tschernitz (heutiges Wohnhaus Fam. Salzmann), um dort eine Wagnerei einzurichten. In der Wagnerei arbeiteten zusätzlich zur Familie immer vier Beschäftigte, meistens zwei Gesellen und zwei Lehrlinge. In der Auffahrt zur Hollenburg befinden sich noch drei Chalet Wägen aus der damaligen Produktion. Steirer- und
Leiterwägen wurden ebenso erzeugt. Bis zum 31.12.1954 war im selben Gebäude eine Sportartikelerzeugung für Rodel und Schier aus Eschenholz sowie schichtverleimte Schier aus Esche und Hickory untergebracht. Das Holz mußte bereits einen Winter vor der Vermarktung des Sportartikels gekauft und bezahlt werden. Es wurde im gedämpften Zustand gebogen, anschließend trocknete man das halbfertig-Produkt, aber erst im August lief die Produktion der Fertigprodukte an. Die erzeugten Artikel trugen den Markennamen "Blitz". Schier wurden mit einem Aufkleber versehen, die Rodel mittels elektrischem Brenner beschriftet. Herr Stefan Mletschnig besuchte den Schierzeugerkurs mit dem Gründer der Schifirma Fischer.
 
Bis zum Jahr 1951 war die heutige Garage des Hauses Kirschentheuer 38 ein Kuhstall. Im Erdgeschoß waren eine Küche und ein Wohnschlafraum, im ersten Stock einige Zimmer für die Kinder. Im Jahr 1951 kam Frau Josefine Mletschnig auf den Hof, zum selben Zeitpunkt übernahm Herr Stefan Mletschnig den Betrieb vom Vater. Herr Stefan Mletschnig machte im Jahr 1934 den Gesellenbrief und 1949 den Meisterbrief für Wagnerei. Im Jahr 1958 den Tischlerbrief. Ab 1.1.1955 wurde die Sportartikelerzeugung in einen Tischlereibetrieb umgewandelt. Im Jahr 1954 begann man mit dem Neubau der Tischlerei Kirschentheuer 32. Da zum erworbenen Besitz der Familie Mletschnig nur wenig Grund gehörte, wurden von Simon Lepuschitz Flächen dazugekauft.
 
Während der Betriebsführung von Stefan Mletschnig wurden viele Aufträge für öffentliche Stellen und bedeutende Betriebe und Unternehmen in Klagenfurt und ganz Kärnten durchgeführt. Aufgrund des immer größeren Wettbewerbes in der Möbelbranche wurde ein zweiter Produktionszweig gegründet. Hans Mletschnig erzeugt neben Wohnungs- und Gastronomieeinrichtungen, welche auch ins Ausland ausgeführt werden (z. B. Bankeinrichtungen in Massivbauweise für Slowenien und Kroatien, Hoteleinrichtungen Isola 2000, Val-d´Isère Frankreich, Privathäuser in Monte Carlo und Deutschland), Harzgallenflicken und Astdübel, welche in der Massivholzplattenindustrie Verwendung finden.
 
Auf elektronisch gesteuerten Präzisionsmaschinen werden jährlich bis zu 12 Millionen vorgenannter Flicken und Dübel in allen Holzarten erzeugt und zum größten Teil exportiert.